Interview mit Michael Stockton (Teil 1/2)

Wir beginnen unsere geplante Interviewserie mit Spielern und Trainern der MHP Riesen mit einem ausführlichen Interview mit Kapitän Michael Stockton.

Das Interview mit Michael Stockton wurde am 19.02.2014 von Dave Hein von heinnews.com und Os Davis von BallinEurope im Rahmen derer Podcast-Reihe „Taking The Charge“ veröffentlicht.

Wir haben von Dave Hein freundlicherweise die Genehmigung zur Verwendung und Aufbereitung des Interviews für barock-pirates.de erhalten. Vielen Dank dafür!

Quelle: heinnews.com

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Das folgende Interview beginnt bei 1:16:55 des Podcasts
Die Übersetzung ins Deutsche wurde möglichst getreu dem Original-Wortlaut verfasst – es können sich aber Übersetzungsfehler oder Irrtümer eingeschlichen haben.



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Interview mit Michael Stockton (Teil 1/2)

(1:18:50)Diese Woche bei uns im Interview: Michael Stockton! Mike oder Michael [wie sollen wir Dich ansprechen]?

Was euch lieber ist – mir ist beides recht!

(1:18:57)… wie nennt Dich denn deine Mum?

Mum nennt mich Michael!

(1:19:00)Okay, willkommen in unserer Show, Michael!

Ich freue mich hier zu sein!

(1:19:06)Wie geht’s dir hier in Deutschland? Das ist ja deine zweite Saison hier – erzähl doch von deiner aktuellen Situation!

Naja, es ist eigentlich meine dritte Saison in Deutschland, aber um deine Frage zu beantworten: Es gefällt mir hier in Deutschland sehr gut.
Das Land ist klasse und und die Basketball-Liga ist ziemlich gut. Ich froh hier spielen zu können!
Ich mag die Stadt in der ich lebe – Ludwigsburg – es ist sehr angenehm hier.

(1:19:42)Natürlich ist es dein drittes Jahr in Deutschland: Zwei Jahre in Karlsruhe und jetzt in Ludwigsburg.
Wie ist dein Deutsch?

(Lacht) „Mein Deutsch ist leider nicht so gut“ – Es ist nicht sehr gut, ich komme halbwegs damit durch, kann hier und da ein paar Worte sprechen.
Lass es mich so sagen: Es ist nicht so gut, wie es sein sollte!

(1:20:05)Hmm, auch nach drei Jahren? Hast du zwischen dem Training überhaupt Zeit Deutsch zu lernen? Gibt es vom Verein denn einen Kurs?

Ich glaube sie würden den Kurs zahlen, aber unser Terminplan und die häufigen Terminänderungen sind das Problem.
Ich kann daher leider nie sagen „Okay, jeden Dienstag um 14.00h kann ich zum Deutschkurs“. Es gibt Tage, an denen sich der gesamte Terminplan ändert, daher ist es für mich praktisch unmöglich einen festen Termin zu planen.

(1:20:48)Erzähl uns doch etwas vom Wechsel von Karlsruhe aus der Pro A zur Beko BBL!

Es ist definitiv ein großer Unterschied!
Aber lass mich das klarstellen: Die Pro A ist eine gute Liga mit guten Spielern. Die Qualität, Größe, Geschwindigkeit und die Spieltechnik ist in der BBL aber nochmal auf einem höheren Level.
Ich wusste, dass es ein Unterschied sein wird und war auch darauf vorbereitet, aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich so gut ins Team passe. (…)

(1:21:36)Ludwigsburg ist in der letzten Saison abgestiegen und ist nur dank der Wildcard in der BBL – jetzt sind die Playoffs greifbar nahe.
Wie schätzt du die Leistung des heutigen Teams in der aktuellen Saison ein?

Es gab Hochs und Tiefs über den bisherigen Verlauf der Saison und das ist normal.
Wir haben ein paar Spiele verloren, die wir meiner Meinung nach definitiv hätten gewinnen können und sollen. Aber wir haben auch ein oder zwei Siege verbucht, mit denen wir vielleicht nicht gerechnet hatten.
(…) Die Konkurrenz ist hart aber wir sind aktuell im Mittelfeld und werden versuchen weiter nach oben in der Tabelle zu rücken.

(1:23:03)Ihr habt vor Kurzem gegen Bamberg gespielt und ihr wart lange Zeit gleichauf – was habt ihr aus dem Spiel gelernt?

Wir haben viel aus dem Spiel gegen Bamberg gelernt: Wir haben zwar den Großteil des Spiels auf Augenhöhe gespielt – am Ende wurden wir aber wieder daran erinnert, warum das Spiel 40 Minuten hat:
Und zwar, weil man die kompletten 40 Minuten gut spielen muss um eine Chance zu haben, Bamberg zu schlagen.
36 oder 38 Minuten guten Basketballs reichen dafür einfach nicht aus.
Und da sind wir auch bei unserem Problem: Wir haben nicht die kompletten 40 Minuten abgeliefert und das Ergebnis war daher die Niederlage.

(1:23:45)Eine allgemeine Frage: Auf was achtest du als erstes, wenn du nach dem Spiel die Spiel-Statistik in die Hände kriegst?

Also offen gesagt, haben wir das Scouting nicht in der Umkleide oder so rumliegen.
Aber wenn ich unseren Coach John Patrick oder den Assistant Coach Dave Danzig mit der Statistik in der Hand erwische, frage ich ihn „Wieviele Assists hatten wir als Team?“ und „Wieviele Turnovers hatten wir?“.
Denn es läuft am Ende häufig auf diese Fragen hinaus: Bewegen wir den Ball und ermöglichen dem Team gute Würfe oder werfen wir einfach drauf los?
Und daraus kann man häufig direkte Schlüsse auf das Ergebnis ziehen.

(1:24:35)Okay Michael, jetzt komme ich zum Elefanten im Raum:
du stammst aus einer sehr sportlichen Familie: Ein Bruder spielt für die Gonzaga University, der andere Bruder spielt am College in Montana, deine Schwester spielt Basketball am College, deine Mutter spielte Volleyball am College, dein Urgroßvater spielte Half-Back in den 1920ern für Gonzaga und natürlich dein Vater in den 1990ern für (..) [Utah Jazz und die US-Nationalmannschaft].
Wie ist es in einer so großen, aktiven Sportler-Familie aufzuwachsen?

Ehrlich gesagt war es großartig – weil wir alle Sport lieben und auch immer noch ausüben. (…)
Wir liebten es zu den Spielen meines Dads zu gehen: Es kam uns nie als Pflicht vor, die wir nicht tun wollten – ist ja auch klar, wer geht nicht gerne zu NBA-Spielen?
Es war großartig und ich glaube es hat uns allen geholfen die Liebe zum Spiel zu entwickeln – sei es Basketball, Football, Baseball, Fußball oder Spiele, die wir im Garten erfunden haben.
Glaub‘ mir – es hat sehr viel Spaß gemacht!

(1:26:13)Wie alt warst du, als du dein erstes Utah Jazz Spiel gesehen hast?

Oh Gott! Ich kann mich nicht mal an das erste Utah-Spiel erinnern – ich muss jedenfalls noch Windeln angehabt haben!
Ich kann mich zwar an viele Spiele erinnern, aber die erste Saison, an das ich bewusst wahrgenommen habe, war 1995/96 – das Jahr, bevor sie die NBA-Finals erreicht haben.
Ich muss sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als ich anfing die Dimension des Ganzen und das Spiel so richtig zu verstehen und realisiert habe, dass das der „Real Deal“ ist.

(1:26:53)Das muss die Zeit um die zweite Olympia-Teilnahme deines Vaters John Stockton gewesen sein.
Wo wir gerade bei deinem Vater sind: Es war dir sicherlich klar, dass dein Vater besonderer Basketballer ist und in der NBA spielt.
Wann wurde dir klar, dass er auch innerhalb dieser Gruppe [NBA] einen besonderen Stand hatte? Immerhin war er in zwei Dream-Teams!

Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich das erst in seiner letzten oder vorletzten Saison wahrgenommen habe.
Ich war sehr jung als ich anfing mich [für seine Karriere als Spieler] zu interessieren und hatte das „Young-Man“-Syndrom und glaubte mein Dad wäre der beste Spieler der Welt.
Je älter ich wurde und je mehr ich realisierte, dass das nicht nur in meiner persönlichen Wahrnehmung oder Einbildung so war, sonder es unterm Strich auch der Realität entsprach: Auf der Position des Point-Guards war mein Dad in der Tat einer der besten Spieler der Welt.
Ich glaubte nicht nur mein Dad wäre Superman, sondern er war tatsächlich sehr nah dran!

[divider_top] zum zweiten Teil des Interviews
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Das Interview mit Michael Stockton wurde am 19.02.2014 von Dave Hein von heinnews.com und Os Davis von BallinEurope im Rahmen derer Podcast-Reihe “Taking The Charge” veröffentlicht.

Quelle: heinnews.com

Wir haben von Dave Hein freundlicherweise die Genehmigung zur Verwendung und Aufbereitung des Interviews für barock-pirates.de erhalten. Vielen Dank dafür!

Im Podcast verwendete Musik: “Give it to the DJ” by The Impossebulls 1:47:45; “Time Is Running Away (Destroy Everything)” by The Impossebulls 2:04:00